Plastikfasten

Challenge #23 (Montag, 15.03.)

"Gesunde Haarpflege"

+++ Alternativen ohne Plastik +++ DIY Haarpflege +++ Haarseife oder festes Shampoo +++

Hinweis in eigener Sache: Bei allen Inhalten mit Bezug auf Produkte, Dienstleistungen, Unternehmen etc. handelt es sich um unbezahlte Werbung, die allein auf unserer Überzeugung beruht, im Sinne des Umweltschutzes etwas Gutes zu tun.

In der heutigen Challenge geht es um Alternativen zu herkömmlichem Shampoo und anderen Haarpflegeprodukten.

Natürlich ist jedes Haar unterschiedlich anspruchsvoll und viele von uns haben lange gesucht, um das richtige Pflegeprodukt zu finden.

Und so sammeln sich in unseren Badezimmern die ein oder andere Plastikflasche mit Shampoo, Conditioner und anderen Inhalten an. Manche davon nur angebrochen, andere noch ganz neu, weil wir sie (ungewollt) geschenkt bekommen haben.

  • Wusstest Du, dass in vielen Shampoos und Conditionern Silikone verwendet werden, die unsere Haarstruktur schließen und damit glätten sollen – die sie aber auch so gut verschließen, dass nicht mal mehr Feuchtigkeit und Luft an die Haare herankommt? Das trocknet die Haare auf Dauer aus und macht sie spröde.

  • … dass der Hauptbestandteil von Shampoos mit 70-90 % Wasser ist?

  • … dass viele der Inhaltsstoffe nicht dazu da sind unsere Haare zu pflegen, sondern das Shampoo schäumbar, haltbar und gut duftend zu machen?

Hier gilt es umzudenken – und gleichzeitig viel Plastik und Wasser zu sparen!

Welche Alternativen es gibt:

Statt Shampoo aus der Flasche:

Haarseifen sind wie andere Seifen gesiedet. Haarseifen bestehen aus Fetten und Laugen, ergänzt mit Ölen. Sie pflegen die Haare gut, schäumen aber nicht so kräftig wie Shampoos und können die Haare überfetten. Je nach Haartyp ist dies mehr oder weniger schön. Abhilfe schafft dann eine „saure Rinse“ (siehe weiter unten).

Shampoobars sind im Prinzip nichts anders als Shampoo, dem das Wasser entzogen wurde und dem aus diesem Grunde auch keine mit Wasser verbindenden Inhaltsstoffe zugefügt werden mussten. Shampoo in dieser Form ist zudem ergiebiger. Was den zum Teil deutlich höheren Preis rechtfertigt!

Eine Shampoo-Alternative die man einfach zu Hause haben kann ist Roggenmehl. In ähnlicher Weise wirken auch Heilerde und Lavaerde. Du brauchst nur 4-5 EL mit Wasser anrühren. Besonders das fein gemahlene 1150er Mehl eignet sich gut, reinigt die Haare sanft durch die enthaltene Stärke und pflegt die Haare mit Inhaltsstoffen wie Vitamin E, Proteinen, B-Vitaminen und Mineralien. Auch hier empfiehlt sich danach eine „saure Rinse“, um die angeraute Haaroberfläche wieder zu schließen.

Unser Körper kommt auch ganz ohne aus!

Die Menschen vor tausenden Jahren hatten kein Shampoo und kein gemahlenes Mehl zur Hand. Hier ist es wichtig, dass Du Deiner Kopfhaut und Deinen Haaren Zeit gönnst sich an die neue Form zu gewöhnen. Hast Du vorher jeden zweiten Tag Deine Haare gewaschen, dann behalte diesen Rhythmus erst einmal bei. Und es kommt hier auf das richtige Bürsten an. Die natürliche Schutzschicht der Haare wird durch das Wasser aufgeweicht. Nach dem Waschen empfiehlt es sich daher, den am Haaransatz produzierten Talg, bis in die Haarspitzen zu verteilen. Schon unsere Großeltern wussten „Hundert Bürstenstriche am Tag sorgen für schönes Haar!

Statt Conditioner aus der Flasche:

Eine Saure Rinse besteht aus 1 L Wasser vermischt mit 1-2 EL weißem oder Fruchtessig. Apfelessig eignet sich hierbei besonders gut, da er mild ist und viele eigene Vitamine hat.

Die Anwendung ist einfach: Lediglich die Haare nach der Shampooalternative mit der Sauren Rinse ausspülen. Der Essiggeruch verfliegt schnell.

Essigessenz ist an dieser Stelle keine sinnvolle Alternative, da sie viel zu stark ätzt (hohe Konzentration an Essigsäure!).

Für manche Haartypen ist statt oder zusätzlich zu einer sauren Rinse eine Kräuterspülung schön oder du nutzt die Verbindung aus beidem als Kräuterfruchtessig. Hierfür lässt du entweder frische oder getrocknete Kräuter zu einem starken Tee ziehen und abkühlen oder du lässt die Kräuter einen Monat in Essig ziehen (2-3 Tassen Essig auf 1 Tasse getrocknete Kräuter).

Statt Haarspray aus der Dose:

Hierzu brauchst du nur: Wasser und Zucker und eine Sprühflasche. Und wenn du willst kannst du einen eigenen Duft hinzufügen. So einfach geht’s!

  • Koche 100 ml Wasser ab. Das verlängert die Haltbarkeit des Sprays.
  • Rühre je nach Festigkeit, die Dein Haarspray haben soll, 2-3 Esslöffel Zucker hinein. Der Zucker sollte sich komplett auflösen.
  • Fülle das Zuckerwasser in eine Sprühflasche. Du kannst dazu eine alte recyceln oder aus der Drogerie oder der Apotheke eine kleine Sprühflasche kaufen.
  • Gib einige Tropfen eines ätherischen Öls hinzu. Fertig.

Statt Haarkur aus der Flasche:

Du kannst viele Produkte aus der Küche auch als Haarkur nutzen, wie z. B. Öle, Bier, Eier, Kaffee u. a. Das für dich geeignete Rezept findest du hier.

Die Vorteile auf einen Blick:

  • Du sparst den CO2-Ausstoß beim Transport, da nicht unnötig Wasser transportiert werden muss.

  • Du sparst eine Menge Plastikverpackungen pro Jahr ein! Das macht sich beim eigenen Müll besonders bemerkbar!

  • Du bekommst feste Haarseife mittlerweile in vielen Geschäften, z. B. in Bioläden, Reformhäusern, Drogerien und Unverpacktläden. Es gibt eine riesige Auswahl. Und der Vorteil: Häufig ziert sie nur eine kleine Papierbanderole oder kann ganz lose gekauft werden.

  • Viele Zutaten kannst Du für mehrere Bereiche bei Dir zuhause nutzen und sparst damit Platz.

  • Auf Reisen sind feste oder selbstgemachte Haarpflegeprodukte einfacher mitzunehmen. Du brauchst für die Seifenstücke nur einen Waschlappen oder nutzt Seifensäckchen oder Seifenschachteln aus Metall oder Holz, sowie wiederbenutzbare Gläser oder Sprühflaschen.

  • Zum Ablegen im Bad kannst Du schöne Seifenschalen verwenden oder Luffa (stammt aus der Natur von der Luffa-Gurke – die man auch in unseren Breiten anbauen kann).

Weitere Links und Quellen:

Ein Überblick über alle „no poo“ Methoden zum Haarewaschen von Utopia

Kurze Infos zur „Sauren Rinse“ von Utopia

Unterschied Haarseife und festes Shampoo

Haarspray selbst herstellen

Tipps für Kräuteressige

Letztlich muss jede*r seine persönlichen Favoriten finden – einfach ein bisschen herumexperimentieren und nicht gleich aufgeben!

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