Plastikfasten

Challenge #34 (Samstag, 27.03.) 

„Unser tägliches Geschäft“ 

+++ Poduschen +++ Stoffwindeln +++ Feuchttücher +++ Chemietoilette +++ Hundekotbeutel +++

Hinweis in eigener Sache: Bei allen Inhalten mit Bezug auf Produkte, Dienstleistungen, Unternehmen etc. handelt es sich um unbezahlte Werbung, die allein auf unserer Überzeugung beruht, im Sinne des Umweltschutzes etwas Gutes zu tun.

Wir geben zu, an dieses Thema trauen sich nicht viele heran, aber es gehört genauso dazu. Wenn Du beim Gang auf das stille Örtchen Plastik vermeiden möchtest, dann brauchst Du Alternativen. Denn die Klorollen sind zwar aus Papier, vielleicht sogar aus Recyclingpapier und ungebleicht, verpackt sind sie aber natürlich in Plastik.

Um zumindest Plastik so lange wie möglich zu nutzen, könntest Du die Umverpackung der Klorollen einer neuen Zweckbestimmung zuführen. So landet sie nicht umgehend im Gelben Sack, sondern erhält z. B. ein zweites Leben als Mülltüte.

Um aber gänzlich auf Plastik zu verzichten, wäre ein anderer Weg die Bestellung im Internet, weil es dort Klorollen in Papierverpackung gibt. Aber das erachten wir nicht als ökologisch sinnvoll. Darum bleibt nur noch der Weg in den Unverpacktladen, sofern dieser Klopapier im Sortiment hat.

Oder Du verzichtest gänzlich auf Klopapier. Meinen wir das ernst? Ja das meinen wir! Es gibt zum Beispiel, ähnlich wie beim Bidet, Poduschen zum abfallfreien Reinigen nach dem Stuhlgang. Oder Du greifst zum Waschlappen.

Ein noch viel größeres Problem haben junge Familien. Der kleine Nachwuchs braucht Unmengen an Windeln (ca. 5.000 bis 6.000 pro Kind) und Feuchttüchern. Welche Lösungen gibt es hier? Bevor Wegwerfwindeln erfunden wurden, gab es Windeln aus Stoff. Und dies ist auch der heutige Weg, um Windelmüll zu vermeiden. Die Anschaffung ist nur auf den erste Blick teurer, weil sie zu Beginn der Wickelzeit auf einen Schlag getätigt wird. Insgesamt schneidet sie oft aber schon beim ersten Kind günstiger ab als die Wegwerfwindeln. In anderen Städten und Kreisen wird die Beschaffung sogar bezuschusst. Im Kreis Steinburg ist das leider nicht der Fall. Allerdings liegt der ökologische Vorteil klar auf der Hand. Auch der Aufwand ist Dank einfacher Wickelsysteme und modernen Waschmaschinen heutzutage überschaubar. Wobei auch hier andere Kreise pfiffig sind, und z. B. einen Windelservice eingerichtet haben. Wir träumen einfach mal davon, dass es so etwas auch irgendwann im Kreis Steinburg gibt. Falls Du persönliche Beratung für Stoffwindeln benötigst, gibt es diese sogar in unserem schönen Kreis Steinburg, nämlich bei Wickelweich.

Schließlich wären da noch die Feuchttücher, damit nicht nur der Baby-Popo wieder glänzt. Denn auch Erwachsene bedienen sich gern der einfachen Säuberungshilfe. Jedoch ist kaum jemandem bekannt, dass die Feuchttücher nicht in die Toilette gespült werden dürfen. Gleiches gilt im Übrigen ebenso für Essensreste, Medikamente und anderen Müll. Die Toilette ist kein Mülleimer! Feuchttücher lösen sich anders als die Papiervariante nicht auf und verstopfen die Turbinen im Klärwerk. Die hier zur Anwendung kommende Alternative können einfache feuchte Waschlappen sein. Tipps im Konkreten findest Du hier.

Für alle, die z. B. im Wohnmobil oder im Schrebergarten eine Chemietoilette nutzen, können wir außerdem dazu raten, auf einen Komposttoilette umzusteigen. Näheres Infos verlinken wir für Dich.

Und auch über die Entsorgung des Hundekots sollten wir uns Gedanken machen. Mindestens zwei Geschäfte erledigt Ottos-Normal-Hund am Tag. Und wenn nicht gut in der Dornenhecke versteckt, sammeln Herrchen und Frauchen es ja auch wieder auf – leider meistens in einer Plastiktüte. Lies hier, wie es um plastikfreie Varianten von Hundekotbeuteln bestellt ist. Die Lösungen erscheinen fast alle nicht perfekt, wobei wir als Verein am ehesten die Poopicks bevorzugen würden.

Um das Thema abzurunden, wollen wir abschließend das Klärwerk ansprechen, wo unsere Hinterlassenschaften aufbereitet werden, um als geklärtes Wasser in die Flüsse entlassen und als Klärschlamm auf die Felder verbracht zu werden. Bedauerlicherweise ist heutzutage das Abwasser mehr denn je durch Mikroplastik und Medikamentenreste verunreinigt. Die herkömmlichen Filtertechniken in den Klärwerken reichen schon lange nicht mehr aus, die Schadstoffe herauszufiltern. Das Ergebnis: über Umwege landen die Schadstoffe wieder auf unseren Tellern.

Ein einziger kleiner Lichtblick wäre eine vierte Reinigungsstufe. Bedauerlicherweise scheuen die Abwasserentsorger im Kreis Steinburg bisher die Kosten. Es bleibt nur zu hoffen, dass ein Umdenken erfolgt.

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